Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker | Schloss Schönbrunn 2012
Das Konzert der Wiener Philharmoniker im Garten von Schloss Schönbrunn erreicht jedes Jahr Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Mehr als 100.000 Besucher und 62 Fernsehstationen auf fünf Kontinenten haben das Konzert übertragen.
Wien - Decken, Klappstühle, Chips und Popcorn - die Besucher des 9. Sommernachtskonzertes der Wiener Philharmoniker am Donnerstag im Schlosspark Schönbrunn waren gut ausgerüstet. Viele hatten auch Schirme dabei. Doch die waren heuer unnötig - das Wetter hielt und brachte einen milden Sommerabend. Rund 100.000 Menschen versammelten sich laut Veranstalter vor dem Neptunbrunnen und auf der Gloriette-Wiese.
Unter dem Motto "Dances und Waves" führte Dirigent Gustavo Dudamel das Publikum durch Tänze aus der russischen, italienischen und deutschen Oper, darunter der Tanz der sieben Schleier aus Richard Strauss Oper "Salome" oder der Tanz der persischen Sklavinnen aus der Oper "Chowanschtschina" von Modest Mussorgsky. Einen aus der Werbung bekannten Ohrwurm lieferte zum Abschluss der Tanz der Stunden aus "La Gioconda" von Amilcare Ponchielli.
Den Schwerpunkt 2012 bildete Claude Debussys "La Mer", der französische Komponist hätte heuer seinen 150. Geburtstag gefeiert. "Hoffentlich nimmt die Natur den dritten Teil, "Dialog von Wind und Meer" nicht zu ernst", scherzte der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg, im Vorfeld. Nass wurden jedoch nur die Tänzer der Vereinigung Wiener Staatsopernballett, die dieses Jahr erstmals auch auf einer Wasserbühne vor der Gloriette tanzten.
Obwohl die Gloriette-Wiese auch 2012 aus organisatorischen Gründen nicht beschallt werden konnte, ließen sich viele Grüppchen den prachtvollen Ausblick nicht nehmen. Kaum ein Fleck Rasen war noch frei. Der Eventcharakter des Sommernachtskonzerts machte sich schon bei der Anreise per U-Bahn bemerkbar. Nicht nur die Gloriette-Wiese, sondern auch der Platz zwischen dem Schloss und dem Neptunbrunnen war mehr als gut gefüllt, das Publikum wurde in einzelne Sektoren geteilt, die nach und nach abgeriegelt wurden. "Wir sind sehr zufrieden", so die Veranstalter.
Nach den letzten Klängen des Tanzes der Stunden wollte der 30-jährige Dudamel sich auf der Suche nach einem Bier schon von der Bühne verabschieden. Philharmoniker-Vorstand Hellsberg konnte ihn jedoch wieder einfangen: "Sie sind doch viel zu jung, um nach 22 Uhr noch Alkohol zu trinken." So kam das überraschend junge Publikum doch noch zur traditionellen Zugabe, dem Walzer "Wiener Blut" von Johann Strauss. Obwohl Dudamel und die Philharmoniker den Walzer so souverän absolvierten, dass Hellsberg gute Chancen für einen Staatsbürgerschaftsantrag des Venezolaners ortete, gab es für die spanischen Gäste dann doch noch eine Zugabe von Zarzuela-Komponist Jeronimo Gimenez.
62 Fernsehstationen auf fünf Kontinenten haben das Konzert live oder zeitversetzt übertragen.
redline Enterprise wurde wieder für die Planung und Ausführung der Beschallung beauftragt. In Summe wurden 120 Line Source Elemente von L-Acoustics K1, KUDO, KARA und KIVA verwendet. Der Livemix wurde mit einem SOUNDCRAFT Vi6 auf 128 Inputkanälen realisiert.
Bericht Production Partner 9/2011 (PDF)
Bericht ÖTHG Prospect 10/2011 (PDF)
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